Partymeile am antifaschistischen Schutzwall

 

Der Grundstein für das neue Partyviertel im Friedrichshainer Kiez ist gemacht. Der Ort könnte nicht widersprüchlicher sein. Am ehemaligen Grenzstreifen errichtet die Anschutz Entertainment Group (AEG) ihren neuen Freizeit- und Entertainment Park.

 

Da stellen sich natürlich mehrere Fragen:

 

Braucht man das und wenn ja warum?

 

Prinzipiell braucht das natürlich kein Mensch. Ein 600,- Euro Smartphon von Kinderhänden in China zusammengeschraubt, mit denen die meisten das hier lesen, braucht ja auch keiner.

Die Investoren denken aber auf jeden Fall, dass das angenommen wird. In diesem Fall hätte man es gebraucht. Im Umgekehrten Fall nicht.

Für die Stadt scheint sich das aber zu rechnen. Neben dem Verkaufserlös der Grundstücke sollen zusätzliche Einnahmen im dreistelligen Millionenbereich für den Senat pro Jahr erwartet werden (Quelle: Berliner Morgenpost).

 

 

Was macht das mit unserem Kiez?

 

Wahrscheinlich nicht viel. Die Gegend war auch historisch nicht wirklich bewohnt. Die Touris und Berliner Besucher werden entweder vor Ort parken oder mit der Bahn am Ostbahnhof aussteigen und sich dann in der Sonntagsstraße volllaufen lassen. Nicht schön, aber eigentlich alles wie gehabt.

 

Dem Autor wäre eine andere Bebauung auch lieber gewesen, aufgrund traditionell leerer Kassen in Berlin wären aber eh nur Luxus-Eigentumswohnungen eines anderen Großkonzernes entstanden. Dann doch lieber so.

 

Foto: Gerd Danigel , ddr-fotograf.de Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:M%C3%BChlenstra%C3%9Fe_1987.jpg