Es geht voran mit dem Wiederaufbau der „vergessenen“ Schmucktore an der Knorrpromenade Ecke Krossener Straße. Das Wetter und eine Wasserleitung unter den Fundamenten haben es noch verzögert, aber der Teil des Schmucktores am Bolzplatz nimmt Gestalt an und hat schon fast die halbe Höhe erreicht.

Für alle die da nicht ganz im Bilde sind, an genau dieser Stelle standen bis April 1945 Schmucktore, genau wie vorn an der Wühlischstraße. Kurz vor Mitternacht des 18. April 1945 explodierte eine schwere Luftmine der Alliierten direkt über der Kreuzung an der Krossener und zerstörte zwei Wohnhäuser vollständig und forderte allein im Eckhaus über 40 Opfer. Die Häuserlücken sieht man ja heute noch. Auch die Schmucktore wurden dabei vollständig zerstört und wie die Wohnhäuser nie wieder aufgebaut.

Bis jetzt!

Etwa 2011 fanden sich ein paar Nachbarn zusammen, gründeten einen kleinen gemeinnützigen Verein, gaben ihm den Namen KiezGestalten e.V. und begannen mit Unterstützung unzähliger Nachbarn, Unternehmen und vielen Medienpartnern im Kiez mit der Rettung der stark verfallenen Schmucktore an der Knorrpromenade Ecke Wühlischstraße. Diese Schmucktore waren damals in einem wirklich erbärmlichen Zustand und der Abriss aus Sicherheitsgründen war nur noch eine Frage der Zeit! Ende 2013 war es dann geschafft, die Tore sind seit dem wieder schmuck und eine echte Augenweide. Durch diesen Erfolg kam bei den KiezGestalten die Überlegung auf, auch das andere Ende der Knorrpromenade wieder in den historischen Zustand zu versetzen und die „vergessenen“ Schmucktore auch wieder erstehen zu lassen. Nach über 7 Jahre Gesamtdauer ist es nun in wenigen Wochen geschafft und die gute, alte, schöne Knorrpromenade wird an ihrer Einfahrt und Ausfahrt von schönen Schmucktoren gerahmt. So wie zur Zeit der Erbauung der Knorrpromenade zwischen 1911 und 1913.

Diese Schmucktore waren allerdings immer nur dekorativer Natur, sie waren nie verschlossen. Klar war die Knorrpromenade immer schon eine Wohnstraße für etwas besser betuchte Friedrichshainer, denn die Wohnungen waren sehr großzügig geschnitten, teilweise gab es sogar Dienstbotenaufgänge und immer noch kleine Vorgärten.

Der KiezGestalten e.V. plant für den Sommer dann ein nachbarschaftliches Straßen- besser gesagt Prommenadenfest, auch als kleine Einweihung der Schmucktore natürlich. Schön was Nachbarn so erreichen können, wenn sie nicht nur an einem Strang ziehen, sondern das auch noch in die selbe Richtung tun!

KF (14.03.2018)